Teilzeit-Job und Karriere? Wir sagen JA!

Viele Mütter und Väter wollen nach der Elternzeit wieder in verantwortungsvoller Position arbeiten. Um Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, bedarf es jedoch eines flexiblen Arbeitszeitmodells. Natalie Dunne (Foto links), drei Kinder, und Julia Erk (Foto rechts), zweifache Mutter, teilen sich eine Stelle und berichten von ihren Erfahrungen mit Jobsharing.

Frau Dunne, Sie teilen sich mit Ihrer Kollegin Julia Erk seit Januar 2018 eine Stelle und betreuen gemeinsam den kompletten Marketingmix für echte Autoenthusiasten. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
Natalie Dunne: Menschlich und beruflich harmonieren wir bestens. Da wir uns nur einmal in der Woche im Büro treffen, müssen wir uns immer perfekt abstimmen…
Julia Erk: … unsere Termine und To-do-Listen organisieren wir beispielsweise über bei Michelin genutzte Online-Plattformen.

Klappt das gut?
Julia: Ja! Wir sind beide jederzeit in der Lage, unabhängig voneinander schnelle Entscheidungen zu treffen. Das erfordert gegenseitiges Vertrauen und Bereitschaft, die Entscheidungen der anderen mitzutragen. Wir können die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Abteilungen jederzeit über den jeweils aktuellen Stand informieren.

Wie verteilen Sie die Aufgaben?
Natalie: Ziel sollte es sein, dass in Zukunft  jede von uns ihre eigenen Prioritätsthemen bearbeitet.

Gegenseitiges Vertrauen und Arbeitsergebnisse zählen

Ihr Fazit nach den ersten Monaten?
Natalie: Ich dachte immer: Eine 60-Prozent-Stelle im Marketing – unmöglich! Bevor Julia dazustieß, hatte ich die Stelle alleine inne. Da das Aufgabenfeld in den vergangenen zwei Jahren an Bedeutung gewonnen hat, wurden aus 60 Prozent oftmals 80 Prozent und mehr. Ich war ständig in der Zwickmühle zwischen den hohen Ansprüchen, die der Job an mich stellt, und meiner Familie. Jetzt kann ich beides harmonisch miteinander verbinden.
Julia: Michelin gibt mir die Chance, nach der Elternzeit meine Karriere weiter zu gestalten und einer aufregenden Tätigkeit nachzugehen. Gleichzeitig habe ich genug Zeit meine Familie zu managen. So gesehen ist die Jobsharing-Lösung ideal für uns. Jedoch sollte der Abstimmungsaufwand nicht unterschätzt werden und man muss trotzdem sehr flexibel sein, damit Jobsharing funktioniert.

Das hört sich geradezu nach einer Königslösung an.
Natalie: Stimmt. Aber auch Michelin profitiert davon. Denn eine von uns beiden ist fast immer erreichbar.

Wie unterstützt Ihre Vorgesetzte Sie?
Natalie: Indem sie uns vollkommenes Vertrauen schenkt. Es zählt nur, dass wir unsere Projekte erfolgreich umsetzen. 

Flexibles Arbeitszeitmodell als Vorbild

Ihr Wunsch für die Zukunft?
Natalie: Es wäre schön, wenn das Unternehmen solche alternativen, flexiblen Arbeitszeitmodelle auf alle Hierarchieebenen ausweiten würde, also auch auf Führungspositionen.
Julia: Unsere positiven Erfahrungen sollten allen, die jetzt noch zögern, Mut machen!